| Drei THCler in den Pyrenäen auf den Spuren der Profis |
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| Geschrieben von: Friedel Meyer | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mittwoch, den 23. September 2009 um 21:18 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Für den THCler Friedel Meyer sollte das Radsportjahr 2009 unter dem Motto „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ stehen.
Für ihn war es deshalb im letzten Jahr schon klar, einmal die Pyrenäen vom Atlantik bis zum Mittelmeer mit dem Rennrad zu durchqueren.
Für dieses Vorhaben konnte er seine Sportkameraden Uli Meyer und Jochen Wohlfarth motivieren. Besonders für den „Schwaben“ Jochen war es ein Novum, sich schon ein Jahr im Voraus für so einen Event zu entscheiden.
Für ein Vorhaben solcher Art gibt es mittlerweile viele Veranstalter. Die Drei entschieden sich für „Velotravel Rad + Reisen“ (www.velotravel.de) und haben die Entscheidung während der Tour nicht eine Minute bereut.
Die Gruppe bestand aus 14 Radler/in und wurde vom Inhaber Andrew Grau und seiner Partnerin Carmen bestens betreut.
Um in der nachfolgenden Kurzbeschreibung der Tour auf Wiederholungen zu verzichten, nachstehend kurze Anmerkungen zu den Etappen:
1. Mit zwei Begleitfahrzeugen wurden die Sportler bestens betreut. Auf den Pässen wartete immer ein Fahrzeug auf den letzten Radler. Das andere Fahrzeug positionierte sich für die schnelleren Radler schon für die nächste Pause.
2. Das Ziel konnte keiner aus den Augen verlieren, denn jeder Teilnehmer bekam vor dem Start ein „Garmin Navigationsgerät“ mit auf den Weg.
3. Das Wetter für die gesamte Zeit ist einfach zu beschreiben. Sonne pur!
4. Die Stimmung in der Truppe (1 Frau; 13 Männer) konnte kaum besser sein. Trotz unterschiedlicher Nationalitäten verstanden sich alle bestens. Und das bei einem nicht unerheblichen Altersunterschied (26 – 65 Jahre).
Tourverlauf:
Samstag – Sonntag
Die Tage dienten der Anreise nach Hendaye an der spanischen Grenze. In Clermont-Ferrand wurde eine Zwischenstation eingelegt. Die Gruppe erreichte ca. 16:30 Uhr das Ziel und der restliche Tag stand zur freien Verfügung.
Aufgrund der bevorstehenden Etappen testeten die drei THCler natürlich das Rad auf einer kleinen Runde, die sie nach Pasajes ins Baskenland führte. Über eine wunderschöne Küstenstraße mit einem 470 Meter hohen Pass ging es zurück nach Hendaye. Die Tour (43 km; 655 HM) war so richtig zum einrollen für die folgenden Tage.
Ein gutes Essen rundete den Tag ab.
Montag
Nach einem ausgedehnten Frühstück wurde die Gruppe von Andrew auf den Tag eingestimmt. Entlang der Küste ging es bis Saint-Jean de Luz und dann landeinwärts. Hinter Ascain folgten die ersten kleineren Anstiege, die aber ohne Probleme von der noch geschlossen fahrenden Gruppe gemeistert wurden.
In Larceveau ging es dann auf die „Route des Pyrenees“ und mit dem „Col de Osquich (500)“ war der erste richtige Pass zu meistern.
Von der Passhöhe aus hatten die Radler einen wunderschönen Blick in das nördlich gelegene Flachland um Saint-Palais. Südlich zeigten sich schon die höheren Berge als Einstimmung auf die folgenden Tage.
Durch das „Vallee du Saison“ und schöne kleine Ortschaften ging es dann zum Tagesziel nach Gurmencon.
Dienstag
Der Tag sollte mit dem „Col de Tourmalet (2.114)“ zur Königsetappe werden. Nach 15 Kilometern folgte in Escot der Anstieg zum „Col de Marie Blanque (1.035)“. Er kostete den Radlern schon richtige Körner. Um diese Sache zu umgehen, nutzten einige eine flache Route über Arudy.
Ab Laruns im „Vallee de Ossau“ wurde es dann richtig hart. Es begann mit dem Anstieg (15 km) zum „Col d´Aubisque (1.709)“. Auf dem Pass angekommen fühlten sich die Radler/in wie im Zoo. Pferde und Kühe prägten das Bild und manch einer fürchtete bei der Pause um sein Rad.
Beeindruckend das Bild von den drei Rädern in gelb, grün und weiß/rot. Sie symbolisieren die Führungstrikots bei der „Tour de France“ und sind bei den Übertragungen aus dem Hubschrauber zu sehen.
Die Abfahrt entlang der Felsen der Zweitausender mit dem Anstieg zum „Col de Soulor (1.474)“ war beeindruckend. Ab Argeles-Gazost ging es dann durch die „Schlucht de Luz“ nach Luz-Saint-Sauveur, dem Einstieg zum „Col de Tourmalet (2.114)“. Ab hier wurde es richtig ernst, galt es doch auf 17 Kilometer 1.304 Höhenmeter (? 7,8%) zu überwinden. Manch einer der Gruppe hatte die teilweise 18%ige Steigung falsch eingeschätzt und musste dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen. Nicht so die THCler, die zwar geschafft aber dennoch recht locker den Pass erreichten.
Die Abfahrt über eine gut ausgebaute Straße führte durch den Wintersportort „la Mongie“ und das „Valle de Gripp“ zum Zielort Sainte-Marie de Campan.
Nach dem Tag hatten sich die Teammitglieder bei einem Glas Rotwein und gutem Essen einiges zu erzählen.
Mittwoch
Frei nach der Devise „Wer rastet der rostet“ wurde der Tag in Angriff genommen. Auf der „La Route des Cols“ standen zwei harte Anstiege auf dem Programm.
Als Einstieg ging es gleich 13 Kilometer bergan auf den “Col d´Aspin (1.490)“. Eine wunderschöne Abfahrt nach Arreau nutzten die Sportler zur Lockerung der Muskulatur. Moderat ging es dann nach einer Pause weiter bis Estarville, dem Einstieg zum „Col de Peyresourde (1.569)“. Das Schild „9,8 Kilometer mit durchschnittlich 6,8%“ ließ die Radler gleich die richtige Übersetzung wählen. Die lange und schöne Abfahrt nach Bagneres de Luchon entschädigte für die Anstrengungen und das Flachstück bis Chaum war die richtige Einstimmung auf die noch folgenden Anstiege „Col des Arres (797)“ und „Col de Portet d´Aspet (1.069)“.
Am Fuße des „Col de Portet d´Aspet“ befindet sich das Denkmal für Fabio Carsatelli, der hier 1995 während der „Tour de France“ tödlich verunglückte.
Der Pass forderte die Radler noch mal richtig. Die letzten 4,4 Kilometer hatten dank steiler Passagen von fast 20% eine Durchschnittssteigung von rd. 10%.
Oben angekommen freute sich jeder auf den Anblick von Andrew mit seinem Versorgungsfahrzeug.
Nach kurzer Rast dann die Abfahrt über rd. 30 Kilometer nach Saint-Girons. Man konnte es so richtig rollen lassen und die traumhafte Landschaft genießen.
Ein anstrengender aber wunderschöner Tag fand sein Ende mit einem guten Essen auf der Terrasse des Hotels „Trois Seigneurs“ in Massat.
Donnerstag
Es sollte ein harter Tag werden. Gemessen daran waren die ersten Anstiege zum „Col de Caugnous (947)“ und „Col de Port (1.249)“ fast ein Kinderspiel. Sie wurden bei aufgehender Sonne und leichtem Frühnebel locker genommen. Der Blick auf die südlich gelegenen Dreitausender war bei dem Licht wunderschön.
Ab Tarascon-sur-Ariege ging es fast 28 Kilometer durch das Tal „Ariege Riviere“ bis zum Wintersportort Ax-les-Thermes. Hier hörte der Spaß dann auf, denn schon im Ort ging es in den 19 Kilometer langen Anstieg zum „Col de Pailheres (2.001)“.
Uli und Friedel entschieden sich wieder für die bei den anderen Pässen erprobte Fahrweise der konstanten Belastung und meisterten so den Anstieg (max. 9,6%; ? 6,8%) recht gut, aber nicht ohne auch einen „Hänger“ zu überwinden.
Nach kurzer Pause ging es weiter bis zur letzten Verpflegungsstation vor Querigut. Hier wurden die Speicher für die letzten zwei Pässe der Pyrenäentour, dem „Col de la Quillane (1.714)“ und „Mont Louis (1.600)“, gefüllt.
Ab „Mont Louis“ folgte dann eine Abfahrt über rd. 43 Kilometer, die wohl kein Teilnehmer vergisst. Berauschend der Blick in die Täler und Schluchten.
Am Pool des „Pradotel“ in Prades waren die Anstrengungen des Tages schnell verflogen.
Freitag
Die letzten 90 Kilometer zum Zielort „Cerbere“ waren eine „Fahrt für die Sinne“. In geschlossener Formation ging es bis zur Küstenstadt „Saint-Cyprien“. Ab „Argeles-sur-mer“ teilte sich das Feld dann aufgrund der doch knackigen Anstiege, die auf der 24 Kilometer langen Küstenstraße zu bewältigen waren.
Andrew und Carmen hatten in „Cerbere“ am Strand schon alles für den Empfang der Truppe vorbereitet. Als kleine Anerkennung für die erbrachte Leistung gab es ein Glas Sekt und herzliche Gratulationen.
Nach einem Bad im Meer, für viele dem wohl schönsten Moment der letzten 7 Tage, wurden dann die Räder für die Weiterfahrt nach „Carpentras“ verladen.
Noch weit vor dem Zielort hörte man im Bus ein langgezogenes „Ohhhhhhh“. Den Teilnehmern zeigte sich im Dunst der untergehenden Sonne das Ziel des folgenden Tages; der „Mont Ventoux“ als der „Weiße Riese der Provence“.
Samstag
Diesen Tag wird wohl keiner vergessen, hieß es doch den wohl berühmtesten Berg der „Tour de France“ zu bezwingen.
Um 9:00 Uhr erfolgte der Start in Richtung B?doin, dem Einstieg in die Südrampe des „kahlen Berges“. Immer hatten die Radler den Berg mit der gut sichtbaren Wetterstation vor Augen.
Ab B?doin ging es 21 Kilometer „gegen den Berg“. Die Gefühle bei dem Anstieg (max. 10,7%; ? 7,6%) sind kaum in Worte zu fassen. Zuerst ging es durch den wohl größten Zedernwald Europas, der noch wohltuenden Schatten spendete. Aber ab „Le Chalet-Reynard“ befand man sich in einer Stein- und Geröllwüste. Die letzten 6 Kilometer wurden vor allem durch die Hitze schwergemacht. Zum Glück war es aber relativ windstill.
Oben angekommen konnten sich die Teilnehmer über die erbrachte Leistung und den Applaus hunderter Zuschauer freuen.
Friedel, Jochen und Uli hatten sich für die Abfahrt nach Sault entschieden. Hier legten sie mit weiteren Radlern der Gruppe eine ausgiebige Mittagspause ein, um dann die Rückfahrt nach Carpentras in Angriff zu nehmen.
Es ging durch die „Schlucht de la Nesque“, einem Naturschauspiel der besonderen Art. Über gut 20 Kilometer führte die gut ausgebaute Straße die THCler entlang der Felswände und teilweise durch kurze Naturtunnel nach „Villes-Sur-Auzon“.
Ab dort wurden die letzten 22 Kilometer des Radurlaubs zur „Genusstour“.
Auf der Rückfahrt am Sonntag war es im Bus relativ ruhig. Nach den Anstrengungen und Erlebnissen der Vortage verständlich, zumal sie auch mental zu verarbeiten waren.
Pünktlich um 19:00 Uhr war man wieder in Karlsruhe. Bei der Verabschiedung waren sich die Teilnehmer in der Beurteilung einig:
„Es war eine grandiose Tour und für jeden der wohl intensivste Radurlaub“.
Viele verabschiedeten sich mit einem „bis zum nächsten Event“ und erkundigten sich bei Andrew nach seinen Angeboten. Mit einem Lächeln verwies er auf www.velotravel.de und bedankte sich für das versteckte Kompliment.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 03. Oktober 2009 um 15:21 Uhr |










